Mach was draus!
von Sven Nagel
Wolf Lotter plädiert für mehr Verschwendung. Es geht ihm nicht um Konsum, sondern vor allem darum, viele Ideen auszuprobieren - und die besten herauszufiltern.
(...) Lotter denkt gegen etablierte Denkweisen, wie mit der Kriste im Lande umzugehen sei. Es geht in seinem Buch "Verschwendung" nicht ums Einkaufen. Das Wort Verschwendung bekommt hier eine neue Bedeutung. Nicht wahllose Vergeudung, unmoralisches Verprassen und Ressourcenvernichtung sind gemeint. Nicht Luxus und Schwelgerei. Verschwendung ist hier Kreativität, Produktivität durch Innovation. (...)
(...) In den neukapitalistischen Ländern Osteuropas sieht man das (anders). Da wird drauflosgewirtschaftet, ausprobiert, Gewinn gemacht, Geld rausgeschmissen, neues verdient. Es wird verschwendet. Das ist Entwicklung. Dadurch passiert was. Hier nicht. Lotter lobt die schöpferische Kraft dieses Zyklus: "Verschwendung ist die Grundlage des Neuen, kein Kreislauf, der nicht wächst, sondern ein Mechanismus, der Mehrwert schafft." (...)
(...) Der klassische Manager eines Konzerns sei nichts weiter als ein Verwalter, so Lotter. Unternehmer setzen dagegen etwas Neues in die Welt, passen ihre Vorschläge an die Bedürfnisse der Märkte an, tauschen sich aus mit ihren Kunden. "Unternehmer sind Meister der Anpassung. Manager sind Meister der Herrschaft", findet der Autor. "Manager haben keine Zukunft." (...)
Unter diesem Link finden Sie die vollständige Rezension von Sven Nagel, FTD
